Backofenplatte

Rätselhafter Fund in Schollene

Es wurde eine Backofenplatte aus dem 17. Jahrhundert in Schollene bei Abrissarbeiten gefunden!

ofenplatte

Hier eine Beschreibung der Backofenplatte von Prof. Dr. B. Barsewisch

Zweifellos handelt es sich um eine gusseiserne Ofenplatte aus dem 17. Jahrhundert, von der etwa zwei Fünftel erhalten sind. Ich habe Ihnen auf den beiliegenden Bogen eine Rekonstruktion gezeichnet, wie ich sie mir vorstelle. Die Rand-Ornamente sind natürlich am leichtesten zu ergänzen. Von den wesentlichen Teilen sieht man den unteren Teil eines Wappenschildes und daneben die Füße eines geharnischten Ritters, der einen Renaissance-Schild neben sich hat, den er zweifellos mit der rechten Hand hält. Ob er mit der linken eine Lanze oder Fahne trägt, oder keinen Gegenstand, ist natürlich Spekulation.

Das wichtigste ist das Wappen: Schon auf diesem Anteil des Wappens lassen sich vier bis fünf Bilder unterscheiden, sodass es sich um eine fürstliche Familie handeln muss. Uradlige Familien haben einfachere Wappen, Kattes eine schreitende Katze, Quitzows im schräggeteilten Schild 2 Sterne. Löwen gibt es in allen Arten von Wappen massenhaft, indikativ sind aber die Bären-Tatzen in dem Feld unten links (heraldisch rechts).

Die sind das Wappenbild der Grafschaft Hoya, seit dem Heimfall an Braunschweig 1582 Bestandteil des Wappens des Herzogtums Braunschweig und Lüneburg. Von diesem habe ich spätere Abbildungen herausgesucht, wo 12 Bilder das Voll-Wappen ergeben. Anzunehmen ist, dass in dieser älteren Zeit sechs Bilder und z. B. drei Helme vorkommen. Eine Abbildung von 1529 (Wappenbuch des Caspar Sturm) enthält die 4 Felder Braunschweig, Lüneburg, Eberstein, Homburg.

Es fehlen bei der Platte also oben die Bilder von Braunschweig und Lüneburg (Feld eins und zwei); vorhanden ist in der Mitte heraldisch links die Herrschaft Homburg, goldener Löwe auf rotem Grund eingefasst von einem blau-weißen Bord; heraldisch rechts ein schreitender Löwe der Grafschaft Eberstein. Unten ist dann eindeutig Hoya mit den Bären Tatzen und(die Herrschaft Alt- Bruchhausen, von rot und gold dreimal geteilt, sowie Neu-Bruchhausen, blau silbern geständert.

Damit passen die Wappenbilder mit nicht so vielen Feldern wie später und der Stil der Ornamente zu einer Zeit um 1700 und davor.

 

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