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Calbe im 30jährigen Kriege
Als es am 22. Mai 1618 zum "Prager Fenstersturz" kam, konnte niemand ahnen, welche ungeheueren Folgen dieses Ereignis nach sich ziehen sollte. Blieben die sich entwickelnden kriegerischen Auseinandersetzungen zunächst auf den Süden und Westen Deutschlands begrenzt (böhmisch-pfälzerischer Krieg), so zeigte sich doch, dass die politischen Absichten des Kaisers auch den protestantischen Norden Deutschlands in Mitleidenschaft ziehen würden. die Neutralitätsbestrebungen des brandenburgischen Kurfürsten Georg Wilhelm wurden gestört, als kaiserliche Truppen unter dem Oberbefehl des Grafen Heinrich Schlick in das Gebiet um Halberstadt und Magdeburg einrückten. Der Kurfürst lässt, obwohl er kaum über nennenswerte eigene Truppen verfügt, das Land in Verteidigungszustand versetzen. Am 19. Oktober 1625 ergeht an die von Alvensleben der Befehl, die Burg Kalbe so auszurüsten, dass sie nicht von fremden Truppen besetzt wird. Auf die Bitte derer von Alvensleben um militärische Unterstützung erfolgt keine Antwort seitens des Kurfürsten. Am 28. Dezember 1625 werden in Kalbe zwischen Kuno v. Alvensleben, Johann v.d. Asseburg, den Bevollmächtigten des Levin Ludolf v. Alvensleben und Ludolf v. Alvensleben die Maßnahmen besprochen, die zur Verteidigung der Burg getroffen werden sollen. Folgendes wird beschlossen:
1. ein kriegserfahrener Mann soll in Dienst genommen werden (wahrscheinl. als Kommandant), dessen Gehalt 100 Taler jährlich betragen soll,
2. 30 Mann Besatzung, vorzugsweise aus dem Gerichtsbezirk Kalbe, sollen angeworben werden,
3. ein Büchsenmeister soll angestellt werden.
Die auf der Burg befindlichen Bewaffnung soll erneuert bzw. ergänzt werden:
6 Metallstücke (Kanonen)
100 geschmiedete oder gegossene Kugeln
2 Zentner Büchsenpulver
3 Zentner Stückpulver (Kanonenpulver)
2 Zentner Lunten
2 Zentner Blei
50 Musketen
25 halbe Picken
12 ganze Picken
25 Hellebarden
Wo nötig, sollen Schlagbäume errichtet werden und an den gefährdeten Übergängen sollen Zugbrücken eingerichtet werden. Andere Brücken sollen zur Zerstörung vorbereitet werden und es soll Vorsorge getroffen werden, dass man an bestimmten Stellen die Mildedeiche durchstechen kann.
Alles weitere soll der Hauptmann Ludolf v. Alvensleben besprechen. Die Kosten übernehmen zu je 1/3 Ludolf und Kuno v. Alvensleben, Levin Ludolf v. Alvensleben und die von der Asseburg.
Damals sind Waffen und Munition in Goslar gekauft worden und die asseburgischen Bauern aus den Vorharzdörfern mussten den Transport besorgen.
Mit freundlicher Genehmigung von Geschichten über Kalbe-burg
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