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Carl Ferdinand Otto Ludwig Udo III v. Alvensleben
Realschule in Leipzig; 1. Oktober 1840 Königl. Gewerbe-Institut in Charlottenburg. Studium des Maschinenbaus. Dem Abschluß der Studien und Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim 2. Garde-Regiment zu Fuß folgte eine zusammenhängende Reise durch Süddeutschland, Österreich, die Schweiz und Italien in den Jahren 1846/47. Nach landwirtschaftlichen Studien in Neugattersleben und Rosenburg, die durch die Teilnahme am badischen Feldzug 1849 unterbrochen wurden, und nach der 1851 erfolgten Verlosung des Rittergutes Calbe erwarb Udo das Rittergut Maiwaldau b. Hirschberg in Schlesien (2434 Morgen) für 110 000 Taler. Nach Durchführung zahlreicher land- und forstwirtschaftlicher Verbesserungen veräußerte er diesen Besitz im Oktober 1858 wieder, und in dem Bestreben, seinen in der Altmark angesessenen Brüdern näher zu sein, erwarb er 1860 den hauptsächlich aus Heideland, Kiefernwald, Wiesen und mäßigem Acker bestehenden Allodialbesitz Schollene (1180 ha). Auch hier gelang es ihm, den ziemlich herabgewirtschafteten Besitz namentlich in forstwirtschaftlicher Hinsicht stark zu fördern und in vielfacher Weise emporzuführen. Der landwirtschaftlich nutzbare Teil des Gutes ist seit 1877 in der Hauptsache verpachtet. 1903 erwarb Udo den früher schon zum Rittergut Schollene gehörenden Schollener See (196 ha). Pächterhaus und Wirtschaftshof wurden im wesentlichen neu aufgebaut, das um 1770 errichtete Schloß unter Wahrung seiner wertvollen spätbarocken Formen in einzelnen Teilen verändert. Über die Vorgeschichte des Ortes und Gutes Schollene gab Udo 1867 “Gedenkblätter aus dem Havelwinkel” heraus, denen 1892 eine “Übersicht der Geschichte und Genealogie des Geschlechtes von Alvensleben” folgte. Lange Jahre gehörte er dem Familien-Kuratorium als Mitglied an und widmete sich in dieser Zeit mit besonderer Liebe und erfolgreichem Eifer der Verwaltung und Mehrung des Vermögens der Familienstiftung, der er schon zu seinen Lebzeiten eine Stiftung aus seinem Vermögen unter dem Namen Udo-Schollene-Stiftung anfügte, die zur Unterstützung von in der Berufsausbildung befindlichen jüngeren Familienmitgliedern und zu wohltätigen Zwecken auch über den Kreis der Familie hinaus zu dienen bestimmt war. Als einen Erfolg langjähriger, persönlicher Bemühungen im Kampfe gegen die häufigen Überschwemmungen der Havelniederung konnte Udo in den letzten Jahren seines Alters noch den Anfang der Havelregulierungsarbeiten erleben. Eine von ihm hinterlassene, wohlgeordnete Sammlung von Ausgrabungen vorgeschichtlicher Altertümer legt Zeugnis für sein Interesse und seine Arbeit auf diesem Gebiete ab.
Mit überragendem Verstande und klarer Willenskraft begabt, liebte er die Schönheit der Natur und die schönen Künste mit ganzer Seele. Aber ein ständiges, unbegründetes Gefühl des Unzufriedenseins mit den eigenen Leistungen beeinflusste seine Stimmung schon in der Jugend und ließ ihn auch im reifen Alter nie zu einem rechten Lebensgenuß kommen. Trotz seiner konservativen Grundeinstellung neigte er stark der christlich-sozialen Richtung des damaligen Politikers Pastor Stöcker zu; in ihr sah er das Mittel zur Abwehr der von ihm oft vorausgesagten, acht Jahre nach seinem Tode mit der Revolution von 1918 Wirklichkeit gewordenen sozialen Katastrophe.
Eine früh auftretende, zunehmende Schwerhörigkeit verhinderte ihn an einer ausgedehnteren öffentlichen Tätigkeit. Von diesem Leiden abgesehen erfreute er sich großer Rüstigkeit und geistiger Frische bis in sein hohes Alter.
Seine leider nicht im Druck erschienenen Lebenserinnerungen, die er im Jahre 1887 schrieb und dann weiter fortführte, geben ein deutliches Bild von seinem Können und Leisten und dem Reichtum seines Gemüts. Der Ernst und die altpreußische Einfachheit seines Hauswesens wurde besonnt und durchwärmt außer durch seine ihm eigene große Freundlichkeit ganz besonders durch die seltene Liebenswürdigkeit und Herzensgüte seiner anmutigen Frau, der treuen Mutter seiner 13 Kinder.
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