Halberstadt

Zu Füßen der Domburg in Halberstadt, der fürstbischöflichen Residenz benachbart, errichteten die Truchsesse v. Alvensleben gegen Ende des 12. Jahrhunderts einen befestigten Hof Da sich ein ständiger Wohnsitz bei der Kurie ein Jahrhundert später als nicht mehr notwendig erwies, verkauften sie den Hof der Gräfin Bin von Regenstein, die ihn in ein Dominikaner-Nonnenkloster verwandelte. Die alte, dem heiligen Nikolaus geweihte Hauskapelle gab der neuerbauten Abteikirche wie dem ganzen ,,Nicolaikloster" den Namen. Im Bilde erblicken wir, trotz der Zerstörungen von 1945 heute noch unverändert, die örtliche Situation des 12. Jahrhunderts. Von den Vorbergen des Harzes überragt, erheben sich auf dem Sockel der Domburgmauern die Altstädter Pfarrkirche St. Martin, der gotische Dom, die Franziskaner-Kirche St. Andreas, die viertürmige Liebfrauenkirche, vormals zu einem AugustinerChorherrenstift gehörend, daneben der 1052 erbaute Petershof, die bischöfliche Residenz, mit der Palastkapelle St. Peter und Notburga. Von hier führt die Peters-Treppe zum Nicolaikloster hinab, das - im Vordergrunde - an der Holtemme ,,unter den Weiden" liegt. Im Mittelalter gehörte Halberstadt zu den schönsten Städten des Reiches.

Die nicht mehr vorhandene Kirche des Nicolaiklosters war, wie auf älteren Stadt-Andichten und Plänen erkennbar, einschließlich mit geradem Chorabschluss in gotischen Formen vor Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und von einem Dachreiter überhöht. Den größten Teil des Inneren nahm der Nonnenchor ein. Neben den im 18. Jahrhundert umgebauten Klausurgebäuden, die einst den Kreuzgang umschlossen, befindet sich heute noch der alte Wirtschaftshof; östlich davon das nicht mehr vorhandene Stadtgut der Herren v. Stedern-Emersleben. Unser Bild stellt das Kloster vor Abbruch der Abteikirche dar, der unter französischer Herrschaft 1807-1813 erfolgte.