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Rogätz liegt auf dem westlichen Steilufer der Elbe, über der Einmündung der Ohre, halbwegs zwischen Magdeburg und Tangermünde, der einstigen Residenz Kaiser Karls IV. und der ersten brandenburgischen Hohenzollern. Als einziger Überrest der Rogätzer Burg, die unter den Sachsenkaisern im 10. Jahrhundert als Grenzbollwerk gegen das Slaventum erstand, ragt der trotzige Bergfried, ein urzeitliches Monument, heute noch drohend über Strom und Land. Einen solchen Turm über der Elbe errichtete als Erster Karl der Große zu Magdeburg. Die Oberhoheit blieb von 1144, dem Datum der ersten urkundlichen Erwähnung, bis 1449 zwischen den Markgrafen von Brandenburg und den Erzbischöfen von Magdeburg streitig, denen sie schließlich verblieb. 1369 verkaufte Erzbischof Albrecht Burg und Herrschaft an die Alvensleben Roter Linie. Der dazugehörende Lehnsbesitz lag in und um Magdeburg auf beiden Elbufern und umfasste wesentliche Teile der Colbitz~Letzlinger Forstreviere. 1516 besaß Rogätz Besitz und Rechte in 54 Ortschaften. Ein der Burg zustehendes Zoll- und Stapelrecht besagte, dass jedes Schiff an einer durch die Elbe gespannten Kette seinen Zoll zu entrichten hatte, ferner dass die Waren hier ausgeladen und zum Verkauf gestellt werden mussten. Die Sage von der goldenen Kette, die das Turmfundament umschlingen soll, erinnert daran. Kurz nach dem Aussterben der Roten Alvensleben (1553) erfolgte ein großzügiger Ausbau der Burg, die in den folgenden Jahrzehnten wie Erxleben eine Blütezeit humanistischer Kultur in ihren Mauern erlebte. Im 19. Jahrhundert durch die preußischen Reformen im Umfang beschränkt, kam die Herrschaft 1850 zum Verkauf. Auf diesem Heißumkämpften Boden wirkten zerstörende Kräfte, zumal im dreißigjährigen Kriege, so radikal, dass das Aussehen des vierflügeligen Renaissance-Schlosses und der übrigen Burggebäude nicht mehr zu ergründen ist. Mit Sicherheit lässt sich annehmen, dass Rogätz architektonisch an das benachbarte, erzbischöfliche Schloss Wolmirstedt erinnerte, das etwa gleichzeitig ausgebaut wurde und von denn eine Ansicht von 1655 existiert. Das Rogätzer Bild von 1935 gibt den gegenwärtigen Zustand wieder (bis auf das durch einen Bau von 1900 ersetzte Amtshaus neben dem Bergfried). Den Hintergrund bildet die Einmündung der Ohre in die Elbe; in der Ferne die Städte Burg und Magdeburg: ein majestätisches Landschaftsbild. Nicht sichtbar sind die Reste der Befestigungen auf der Stromseite. Den Raum von Oberburg und Vorburg nehmen die Wirtschaftshöfe ein. Der Turm der einstigen Burgkapelle, die bei der Einführung der Reformation 1558 zur Pfarrkirche des Dorfes wurde, stammt mit seiner Barockhaube von 1700. Innen erinnern Grabplatten und ein kunstvoller Taufstein an die früheren Herren, die noch heute in Spuk und Sage fortleben.
Rogätz heute
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