Sagen über Gardelegen
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Der Blutfleck in der Burg Isenschnibbe

Fast 500 Jahre, von etwa 1380 bis 1857, sind die Alvensleben der Weissen Linie die Burgherren von Gardelegen auf der Burg Isenschnibbe gewesen. Wie um jede alte Burg geistert auch um das Schloss bei Gardelegen die Sage. Das Volke erzählte sich mit Grausen von einem Raum in dieser Burg, in dem sich an der Decke ein Blutfleck befände, der weder zu überstreichen, noch sonst zu beseitigen wäre. In diesem Raum soll ein Burgherr einmal vor langen Zeiten einen Gast ermordet haben, dessen Blut an die Decke gespritzt wäre; und der Fleck an der Decke bildete nun eine stete Erinnerung an das grausige Geschehen.

Quelle: E. Nitter (Hrsg.): Die weissen Alvensleben auf der Burg Gardelegen. Sonderdruck aus „Heimatbuch Gardelegen“, Band 3, 1939, S. 11.
Lehrmann, in: Altmärkischer Sagenschatz, 1908, S. 69.

Die Wette um das Tor in Gardelegen

In der Stadt Gardelegen war in früheren Zeiten am Ende der Burgstrasse nach der Isenschnibbe hin ein Stadttor. Dasselbe war für die Herren von Alvensleben, welche die Gerichtsbarkeit über die Burgstrasse hatten, und musste Tag und Nacht für sie offen gehalten werden. Darüber entstand mancher Streit zwischen denen von Alvensleben und dem Magistrat der Stadt. Endlich wurde jedoch allen Hader auf einmal ein Ende gemacht. Denn als eines Tages der Magistrat und der älteste Herr von Alvensleben bei einem frohen Mahle in der Stadt beisammen saßen, da wetteten sie miteinander, dass das Tor auf ewige Zeiten solle verschlossen bleiben, wenn der Magistrat es während der Zeit könne zumauern lassen, dass der Herr von Alvensleben zu Rosse um die Stadt jage. Der Magistrat nahm darauf die flinkesten Maurerleute zur Hand, und der Herr von Alvensleben bestieg sein bestes Ross, das er im Stalle hatte. Der Magistrat gewann aber die Wette, denn der Herr von Alvensleben stürzte mit dem Pferde, als er ganz nahe am Ziele war.

Quelle: Temme (1839) S.26, Steinhart (1809): Über die Altmark II S. 271-272

Anmerkung: Bei dem Herrn v. Alvensleben dürfte es sich um Valentin (1529-1594) handeln, der ein ausgezeichneter Reiter gewesen sein soll und seiner Zeit das Recht auf das Nordtor dem Rat der Stadt für 100 Goldgulden verkauft hat (E. Nitter (Hrsg): Die weissen Alvensleben auf der Burg Gardelegen. Sonderdruck Heimatbuch Gardelegen, Bd. 3, 1939, S.57).

 

Beitrag: Prof. Dr. Reimar v. Alvensleben (Falkenberg)

HIER zu dem schloss selbst

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