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Die Wette um das Tor in Gardelegen
In der Stadt Gardelegen war in früheren Zeiten am Ende der Burgstrasse nach der Isenschnibbe hin ein Stadttor. Dasselbe war für die Herren von Alvensleben, welche die Gerichtsbarkeit über die Burgstrasse hatten, und musste Tag und Nacht für sie offen gehalten werden. Darüber entstand mancher Streit zwischen denen von Alvensleben und dem Magistrat der Stadt. Endlich wurde jedoch allen Hader auf einmal ein Ende gemacht. Denn als eines Tages der Magistrat und der älteste Herr von Alvensleben bei einem frohen Mahle in der Stadt beisammen saßen, da wetteten sie miteinander, dass das Tor auf ewige Zeiten solle verschlossen bleiben, wenn der Magistrat es während der Zeit könne zumauern lassen, dass der Herr von Alvensleben zu Rosse um die Stadt jage. Der Magistrat nahm darauf die flinkesten Maurerleute zur Hand, und der Herr von Alvensleben bestieg sein bestes Ross, das er im Stalle hatte. Der Magistrat gewann aber die Wette, denn der Herr von Alvensleben stürzte mit dem Pferde, als er ganz nahe am Ziele war.
Quelle: Temme (1839) S.26, Steinhart (1809): Über die Altmark II S. 271-272
Anmerkung: Bei dem Herrn v. Alvensleben dürfte es sich um Valentin (1529-1594) handeln, der ein ausgezeichneter Reiter gewesen sein soll und seiner Zeit das Recht auf das Nordtor dem Rat der Stadt für 100 Goldgulden verkauft hat (E. Nitter (Hrsg): Die weissen Alvensleben auf der Burg Gardelegen. Sonderdruck Heimatbuch Gardelegen, Bd. 3, 1939, S.57).
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