Familie von Alvensleben Burg Klötze

Schochwitz, in der einstigen Grafschaft Mansfeld unweit der Stammburg der Wettiner gelegen, gehört zu den besterhaltenen Schlössern zwischen Saale und Harz. Die Burg hat einer Familie vom Herrenstande wie auch einer Ministerialsippe ihren Namen gegeben. Seine große Zeit erlebte Schochwitz unter den Schulenburg, die die Herrschaft 1573 erwarben und 1783 an die Alvensleben weiterveräußerten. Hier lebte 1587-1622 die Witwe des ersten Schulenburg auf Schochwitz, Fredeke, eine Tochter Joachims v. Alvensleben, die ihrem Gemahl 1581 durch Meister Hans Klintzsch ein bedeutendes Grabmal im Magdeburger Dorn setzen sich. Levin v. d. Schulenburg, deren Sohn, erbaute 1601-1606 unter Einbeziehung der älteren Burganlage das heutige Schochwitzer Schloss. Bekannt wurde ein gelehrtes Streitgespräch lutherischer und reformierter Theologen, das Levin 1604 hier veranstaltete. Als Sitz einer jüngeren Linie des Hauses Eichenbarleben stand auch Schochwitz ab 1783 vorwiegend im Zeichen des Mars. Alle Besitzer bis 1912 wurden preußische Generale. Mit sämtlichen Söhnen pflegten sie ins Feld zu ziehen. Ihr Dasein gipfelte in militärischem Pllichtbewußtsein, das den finanziellen Verhältnissen schadete. Die Geschichte des Hauses ist nicht ohne düstere Schatten. Nicht zuletzt dank der Tüchtigkeit der Frauen, die zugleich höhere Interessen pflegten, befand sieh das Gut mit dem monumentalen Schlosse 1945 noch in Alvenslebischen Besitz. In mächtigen Abmessungen, aus Bruchstein und Quadern erbaut, erhebt sich die lange, ungegliederte Hauptfront. Aus der Tordurchfahrt führte einstmals eine Zugbrücke über den jetzt zugeworfenen Schlossgraben. Im Innenhof erhebt sich ein hoher achteckiger Treppenturm mit welscher Haube und Renaissanceportal. Den reichsten Schmuck bildet ein runder, zwei Geschosse verbindender Eck-Erker. Dachgiebel und Kuppelhauben auf den Ecktürmen bereicherten einstmals den Anblick. Mit dem Barockturm der Pfarrkirche St. Benedikt bietet die Schlossgruppe das typische Bild eines obersächsischen Herrensitzes. Früher lag zwischen dein Hause und der einstigen Vorburg eine Art Ehrenhof, mit Mauern und dekorativen Gittertoren abgeschlossen. Der Garten wurde nach 1730 mit quadratischen Fischbassins und Terrassen geometrisch angelegt. Sandsteintreppen, Statuen, Alleen, Heckenquartiere und die Wassermühle haben sich als Überreste erhalten. Von der Grabkapelle am Waldhange im Hintergrunde des Parks schweift der Blick auf das im Tal gelegene Schloss. Im Innern schmückten Rokokostuckaturen die Räume und Galerien der beiden oberen Stockwerke. Im Erdgeschoß befand sich der gewölbte Rittersaal: an den Wänden ausgezeichnete Bildnisse des Spätbarock und der Romantik. Die Rekonstruktion zeigt den im Wesentlichen noch heute bestehenden Zustand vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Schochwitz war seit 1783 im Familienbesitz. Das 1601-1605 erbaute Schloß befindet sich jetzt im Gemeindebesitz. Das Dach wurde repariert. Innen ist das Haus insofern in Ordnung, als die Decken übermaIt,. die Parkettböden mit Spannteppichen ausgelegt und somit geschont sind. Die wunderschönen Stuckdecken, besonders im Salon, sind nicht beschädigt. Jahrelang war ein Kinderheim im Schloß untergebracht, ebenso das Bürgermeisteramt, Asylbewerber und ein Heimatmuseum. Auch der Kindergarten hat dort seine Bleibe gefunden. Außen hat man Bäume und Sträucher, sowie die Mauern entfernt. Das eiserne Tor zum Innenhof, das früher schwarz war, ist heute weiß gestrichen und die Wappen sind bunt gemalt. Der Hof wurde gepflastert. Die Wirtschaftsgäude sind abrißreif.

Die Kapelle im Lupholz, Begräbnisstätte der Familie über viele Generationen, wurde zerstört -wohl in der Erwartung, daß dort reicher Schmuck zu finden sei. Die Großmutter Antoinette wurde , von Mechthild Doering (geb. v. A.) noch zur DDR-Zeit auf den öffentlichen Friedhof umgebettet.

Im März 1992 konnten einige Familiensachen aus dem Schloß geborgen werden, die im April 1945 in einem stilllegten Kamin eingemauert worden waren. Juliane Zimmer (*1925) war damals zufällig in den Raum gekommen, als ihre Eltern die Sachen einmauerten. Nach der Wende besucht Constantin-Schochwitz den dortigen Bürgermeister und den ,,KulturVerantantwortlichendes öfteren und fragte schließlich, ob er die Sachen bergen und zurückerhalten könne. Wie es die gesetzlichen Regelungen zuließen. Juliane und Constantin fanden tatsächlich die Stelle wieder und konnten somit nach 47 Jahren einige Familienerbstücke zurückerhalten.

Ein Rückerweb oder eine Wiedereinrichtung von Teilen des alten Familiengutes ist aus faktischen und finaziellen Gründen nicht mehr möglich. Juliane Zimmer schließt ihren Bericht wie folgt: ,,So muß ich abschließend die traurige Feststellung treffen, daß die Geschichte über Schochwitz und unsere Familie dort entschieden hat und wir uns dem beugen müssen. Das bedeutet nicht, dass es kein Heimweh gäbe."

 

Seitenansicht vom Park

Blick in den Schlosshof vom Hof