Woltersdorf

Seit dem 15. Jahrhundert besaßen die Alvensleben-Rogätz eines der drei Rittergüter in Woltersdorf (Kr. Jerichow 1), doch erst 1710-1714 brachte der Minister Johann Friedrich II.v.Alvensleben auf Hundisburg sie sämtlich an sein Haus. Einer seiner Söhne, der kurhannoversche Drost Carl August II.v.Alvensleben, schuf in Woltersdorf Herrenhaus und Lustgarten. Die Gutsherren zeichneten sich nach 1800 in zwei Generationen als preußische Kavalleriegenerale aus, vermochten aber den seit den Freiheitskriegen mit Schulden belasteten, verpachteten Besitz nicht zu behaupten und verkauften ihn 1881. Heutiger Sitz des ,,Hauses Woltersdorf" ist seit 1902 Burg Möckmühl in Württemberg.Das Herrenhaus, von dem nur noch ein geringer Rest vorhanden ist, wurde 1744 errichtet und lag auf einer zum Elbtal nach Westen sanft abfallenden Höhe. Noch heute ruht der Blick auf dem stolzen Stadtbilde Magdeburgs' mit dem über dem Flusse machtvoll aufragenden Kaiserdom und - vor den Zerstörungen seit 1945 - vielen doppeltürmigen Kirchen. Stromabwärts folgen Industrieanlagen dem Elblauf, den das Auge bis zum Bergfried von Rogätz verfolgt. Ein Terrassengarten, der sich in der Querachse des Hauses nach Süden erstreckte, bildete den Vordergrund der Landschaft. Der kleine Vorplatz mündete auf den großen, noch erhaltenen Gutshof. Die alte Kirche, 1744 gleichzeitig mit dem Schlossbau erneuert, besitzt noch die ausdrucksvolle, derb-dekorative Ausstattung jener Zeit.